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Digitale Kunst - neues altes Thema
Fritz Isenmann, Redaktion ArtCreation.de

Für jeden Kunstliebhaber stellen sich zum Thema der Existenzberechtigung "Digitale Kunst" versus "Analoger Kunst" die immer gleichen Fragen:
Was ist Kunst?
Wo sind die Grenzen?
Ist ein digitales Erstellen von Kunst überhaupt als "Kunst" akzeptierbar und wo bleibt der Ausdruck, der Pinselstrich usw.?

Am Beispiel Claus Schierenbeck sehen wir, dass Menschen - und insbesondere die Jugend - ihre schöpferischen Kräfte oft nicht für konventionelles materielles Formen und Gestalten ausrichten, sondern vermehrt digitale Mittel und Technik nutzen, um ihre Ideen und Vorstellungen zu verbildlichen. Für Kunstliebhaber der "alten Schule" stößt digitale Kunst meist auf Ablehnung - weil aus ihrer Sicht "minder-" oder nicht "gleichwertig".
Und stößt man diese Thema öffentlich an, stellt sich sofort eine Art "Kulturstreit" ein.

Die Verwendung technischer Kunstmittel wird allerdings in den kommenden Jahren zunehmen: es wächst eine Generation heran, die den Umgang und Gebrauch von technischen Darstellungs- und Ausdrucksmitteln von Kindesbeinen gewohnt und für die das völlig selbstverständlich ist. Ich wage zu prognostizieren, dass auch im Kunstbereich eine zunehmende Mischung von analoger und digitaler Technik und sogar eine starke Tendenz zu digitaler Maltechnik Einzug halten wird. An meiner Tochter sehe ich die Leichtigkeit des Umgangs mit künstlerischen Mitteln auf ihrem Grafiktablet. Und erkenne auch durchaus die Möglichkeiten eines individuellen Ausdrucks und Stils mit digitaler Technik.

Eigentlich ist das Thema schon gut 100 Jahre seit Man Ray präsent, der wohl das erste Mal mit fotografischen - und damit technischen Mitteln - fotografische Kunst durch Akzentuierung von Licht, Schatten und Kontrast, Gradation des Bildmaterials, manueller Beeinflussung bei der Entwicklung des Negativ- und Positivmaterials, der Komposition von Objekten, eine überzeugende Motivthematisierung und Aussage erzeugte. In den 20iger Jahren reagierte das Art-Establishment mit einem Sturm der Entrüstung oder völligen Totschweigen, wenn am Beispiel der Werke von Man Ray die Frage gestellt wurde: ist das "Kunst"?

Der Einsatz digitaler Möglichkeiten in der Kunst wird in den kommenden Jahren sehr vehement an Bedeutung gewinnen, da eine Generation heranwächst - und schon präsent ist - die Kunst weitgehend mit digitalen Mittel "erzeugt". Bereits gibt es zahlreiche Künstler, die konventionelle Malerei bislang nutzten und nun zur digitalen gewechselt sind - wie z. B. Isabelle Menin. Andere Beispiele wie Devin Miles, Hugo Pondz, Ysabel Lemay, André Monet, Daria Petrilli und dem Farbmagier Olaf Hajek zeigen, dass diese Kunstform und Technik schon längst Einzug gehalten hat. Man kann sich aus meiner Sicht dem Thema nicht mehr verschließen - sonst verpassen wir einen Kulturwandel und den Anschluss. Und der Widerstreit des Alten mit dem Neuen hat weder in der Bildenden Kunst noch in der Darstellenden Kunst eine Weiterentwicklung und deren Dynamik verhindern können - ja, hat den Kulturwandel sogar beschleunigt.

Claus Schierenbeck spielt - als gelernter Techniker - zum Einem mit geometrischen Formen und grellen Farben. Zum Anderen gebraucht er in "Abstract 4" seiner Homepage digitale Mittel mit Anspielung auf analoge Technik und erstellt interessante und durchaus ausgewogene Kompositionen, teils mit Grafitti-Zitaten.   

Ein neues Sehen ist gefragt. Auch eine Bereitschaft, neu sehen zu lernen und zu wollen.

Im folgenden sind Beispiele seiner analogen Fertigkeiten zu sehen sowie eine Auswahl seiner zahlreichen digitalen Kompositionen.
Mehr auf seiner Homepage.
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