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Zur Eröffnung einer digitalen Ausstellung "Gudrun Dorsch" auf ArtCreation.de
Ein persönlicher Eindruck
Fritz Isenmann, Redaktion ArtCreation.de


Thema der Werke von Gudrun Dorsch auf ArtCreation.de ist der Mensch - in seinem Seelenzustand sowie in seinem persönlichen Seinszustand.
Die Titel der Werke geben entsprechende Hinweise: zum Einen der Gebrauch von Adjektiven wie "beseelt", "ungebändigt" und zum Anderen der Gebrauch von Substantiven für persönliche Seinsprozesse wie "Verwicklung", "Entwicklung".

Beide "Zustände" sind rein aus ihrer Darstellung erkennbar. Ohne dass die dargestellten Menschen sprechen, ohne dass wir diese kennen, sprechen diese nonverbal über Körperstellungen und Gesten zu uns und zeigen uns deren Gefühlswelt. Und das ist das Herausragende an den Werken von Gudrun Dorsch: sie sprechen uns an, weil wir deren Gefühle wiedererkennen - allein durch die hohe und faszinierende Ästhetik der Darstellung - oft hatte ich beim Betrachten Bilder aus Balettszenen vor Augen.
Die spiralen Bänder unterstreichen das Gezeigte, die innewohnenden Gefühle, geben mir neben der Geste oder Stellung Hinweise und unterstreichen mit deren dynamisierenden Darstellung den jeweiligen Seelenzustand. Und üben eine Unwiderstehlichkeit - ja Faszination des Schauens auf den Betrachter aus.

Die jeweiligen Bilder der Gefühle stehen für sich als Symbole menschlicher Innerlichkeit und gleichzeitig persönlicher Äußerlichkeit, chiffrieren und dechiffrieren gleichzeitig deren Gefühlswelt und erwecken in uns eine Achtsamkeit, führen uns in die Welt des Sehens Anderer - ja mahnen uns, Menschen wahrzunehmen als Individuen und nicht in der visuellen Abgeschliffenheit heutiger Bilderschwemme zu versinken.

Es war ein aufhellendes und wohltuendes Erlebnis, dieses Werk genauer betrachten zu dürfen.
Danke an Gudrun Dorsch, dass sie ArtCreation.de bereichert hat!


Beitrag zur Lesart der Werke
Gudrun Dorsch  

 
Die Werke von Gudrun Dorsch umfassen die Welt der unbewussten, nonverbalen Kommunikation durch Bewegung. Sie bedient sich dabei der Symbolkraft der Spirale, einem Sinnbild für den Anfang und das Ende. Ihre Malereien und Zeichnungen zeigen charismatische Personen, aufgebaut aus Bändern. Physische und psychische Grenzen des Menschen, aber auch Eigennamen, Übersetzungen, Überlieferungen und Wortspiele inspirieren sie in ihrem Schaffen. Die Künstlerin ordnet sich dem enigmatischen Realismus zu, einer Stilrichtung, in der das Offenkundige verhüllt, verborgen, verschleiert wird und Mysterien als Teil des menschlichen Daseins verstanden werden.

Die Spirale:
 
Die Spirale, als Symbol der Seelenreise, ist in allen Kulturen von großer Bedeutung. Für viele Gelehrte, Wissenschaftler, Handwerker sowie bildende und darstellende Künstler war und ist sie ein steter Quell der Inspiration. Zahlreiche Ornamente an Bauwerken, mittelalterliche Grab- und Wandplatten und auch die Überlieferung kultischer Tänze zeugen von einer Verehrung der Spirale. In der Natur findet man sie in Flora, Fauna und im Mikrokosmos. In der Naturwissenschaft gibt es viele Gesetzmäßigkeiten mit Spiralcharakter – nicht zuletzt ist auch unsere DNA, als Doppelhelix, eine Spirale und ohne DNA gäbe es kein Leben.


Das Band:
 
Wir sind durch unsere DNA mit dem Universum verbunden.
Auch in unserer Sprache finden wir zahlreiche Wörter, die ein Band zum Inhalt haben, z.B. „binden“, „winden“ oder „wickeln“. Wir „verbinden“ uns und sind „eingebunden“, wir werden „verwundet“ und müssen etwas „verwinden“, wir werden „eingewickelt“, „verwickeln“ und „entwickeln“ uns. Manchmal sind wir auch durch oder von etwas „gefesselt“ usw. … Die Vielfalt der Mehrfachdeutungen und Möglichkeiten der Interpretation sind nahezu grenzenlos.
All dies fließt in die Werke der Künstlerin Gudrun Dorsch mit ein.
 
Sie spielt mit den Empfindungen des Betrachters und dessen seelischer Wahrnehmung. Mysteriös und undurchschaubar führen Ihre Exponate den Betrachter in die eigene Rätselhaftigkeit. Deshalb versteht die Künstlerin ihre Werke nicht als reine Malereien oder gemalte Grafiken, sondern vielmehr als Kommunikatoren der Zwischenmenschlichkeit oder Transmitter zur Selbstreflektion.
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